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"So einen Vater wünsche ich keinem"

Der Autor mit seinem Vater Lothar-Günther Buchheim, kurz nach seiner Ankunft 1954 in Feldafing Foto: Privatarchiv Yves Buchheim

Buchcover

Yves Buchheim im Hotel Bayerischer Hof beim Interview mit Daniela Schwan Foto: privat

Yves Buchheim hat sich früh von seinem Vater abgenabelt und auf die eigenen Beine gestellt


Brief von Paul McCartney

Live-Musik mit Tommy Kent & Houghy (links)

Galerist Wolfgang Roucka vor dem Bild "Siegestor"


"Damit kein Gras über die Erinnerung wächst"

Aktions-Künstler Wolfram P. Kastner lässt Promis aus verbrannten Büchern lesen (10.05.2017)

Ein Stück Kulturgut im Schnelldurchlauf: "München liest – aus verbrannten Büchern". Von Heinrich Heine bis Joachim Ringelnatz – am 10. Mai lasen Autoren, Schauspieler, Politiker, Schüler, Studenten und engagierte Bürger auf dem Königsplatz im Fünf-Minuten-Takt Texte von Schriftstellern, deren Bücher 1933 im Zuge des Nationalsozialismus hier und in weiteren 60 deutschen Städten verbrannt wurden. "Sinnnlos vernichtete, beste deutsche Literatur des 20. Jahrhunderts, die teilweise bis heute aus den Bibliotheken, den Schulbüchern und den Köpfen verschwunden ist", so Künstler und Initiator Wolfram P. Kastner.

Den Brandfleck zur Erinnerung an die Nacht der Bücherverbrennung vor der heutigen Antikensammlung entzündete der Künstler-Rebell erstmals 1995. Und kämpft seither dafür, "dass kein Gras über die Erinnerung an den Beginn der Brandstiftung wächst, die im Brand der Synagogen, Städte und Menschen endete." Kastners Markenzeichen: Kunstprojekte, die stören und sich einmischen und Nachdenken und Diskussionen, oftmals auch Widerspruch, Verbote und Strafanzeigen provozieren.

Bei Kaiserwetter lockte nun seine Aktion "Brandspur 2017. München liest aus verbrannten Büchern" Zeitzeugen, Schauslustige und Schulklassen auf den Königsplatz.

Kabarettist und Sänger Ecco Meineke, der ein paar Szenen aus dem Roman "Liebe und Tod auf Bali" von Vicki Baum zum Besten gab: "Ich bin selbst auch Autor und finde es unerträglich, dass in dieser Stadt mehrere Hundert Bücher verbrannt wurden, Bücher von großartigen Schriftstellern wie Berthold Brecht, Erich Kästner, Kurt Tucholksky, Heinrich Mann, B. Traven und viele viele mehr, finde überhaupt Zensur unerträglich. Deshalb will ich ein Zeichen setzen und bin jedes Jahr dabei."

Auch Komponist und Musiker Konstantin Wecker zog die Besucher flugs in seinen Bann. "Ich habe in diesem Jahr zu meiner großen Freude den Erich-Mühsam-Preis gewonnen und deshalb lese ich heute als Erich Mühsam; seine Gedichte. Seit einem halben Jahrhundert versuche ich mich gegen Faschisten aufzulehnen", erklärte er freimütig seine Beweggründe.

Unter anderem sonst noch als Vorleser gehört und gesichtet: Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, die Schauspielerin Ricci Hohlt sowie Peter Brombacher und Hassan Akkouch von den Münchner Kammerspielen, Thomas Loibl, Thomas Gräßle und Nils Strunk vom Residenztheater, Akkordeonistin und Vokalartistin Michaela Dietl, Arwed Vogel, Autor und Dozent für Kreatives Schreiben und Poetik, Stadt-Dekanin Barbara Kittelberger, Dr. Florian Roth, grüner Stadtrat und Philiosophie-Dozent und viele mehr.

Mit dem Brandfleck und den Lesungen will Wolfram P. Kastner "eine positive Tradition für Freiheit, Menschenwürde und Akzeptanz stiften und viele – insbesondere auch junge – Menschen dafür und für die entsprechende Literatur gewinnen und zu sensibilisieren." Inzwischen kämpft der Aktions-Künstler schon wieder mit den Oberhäuptern der Stadt. Um den Königsplatz umbenennen zu lassen. In Elisabeth Castonier Platz. Nach der begnateten jüdischen Schriftstellerin, deren Werke auch auf der Liste der "unerwünschten" Bücher standen ...

Text: Daniela Schwan
Fotos: Klaus Weißenberg

 


Mitreißend gemalter Optimismus

Hans-Purmann-Exposition im Buchheim Museum (03.05.2017)
p1 Robert Wieland, Regina Hesselberger-Purrmann, Marsilius Purrmann, Annette Freifrau von König und Daniel J. Schreiber, Direktor des Buchheim Museums
Eine außergewöhnliche Ausstellung läuft noch bis zum 9. Juli im Buchheim Museum der Phantasie Bernried: "Purrmann und der Expressionismus". Zur Vernissage des 1966 verstorbenen Künstlers Hans Purrmann kam u.a. sogar sein Urenkel Robert Wieland sowie die Enkelkinder Regina Hesselberger-Purrmann, Annette Freifrau von König und Marsilius Purrmann. In der Kunstwelt gehört der große Kolorist Hans Purrmann zu den bedeutendsten Vertretern des Expressionismus, der beim Malerfürsten Franz von Stuck in München studiert hat. 1906 zog es ihn nach Paris, wo er gemeinsam mit seinem Freund Henri Matisse die "Académie Matisse" gründete.
Inspirationen findet er auf seinen zahlreichen Reisen und Auslandsaufenthalten. In der NS-Zeit galten seine Bilder als "entartete Kunst", er selbst floh in die Schweiz. Auch wenn seine Werke dem Expressionismus zugeordnet werden, zeitlebens war es sein Anliegen, den Ausdruck eines Kunstwerkes in einer vereinfachten Malerei aufs Höchste zu steigern. Die umfangreiche Werkschau zeigt 124 Bilder, die vom mitreißend gemalten Optimismus des Künstlers geprägt sind.

Weiter geht’s dann vom 16. Juli bis 3. Oktober mit einer umfangreichen Werkschau mit dem Titel "Holmead". Meister des Kruden Expressionismus", einem Leckerbissen für alle Fans des ausdrucksstarken Malstils. Clifford Holmead Philips sprengte mit seinem kraftvollen Stil in seinen späteren Jahren sogar die Grenzen des Expressionismus.

 


Schöner Shine!

Galerie Hegemann (29.04.2017)
hegemann

Das Shining-Objekt

hegemann

Dr. Holger Hegemann

 

 

01-May-2018